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Chronik des Heimatvereins



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Die Aufgaben und die Arbeit des Heimatvereins

Die Aufgaben und die Arbeit des Heimatvereins wurden von 
Frau Petra Richter in einem Nachwort
zu der im Jahre 2002 erschienenen 
Ortschronik Fredersdorf-Vogelsdorf (1200-1376-1840-2000)
sehr ausführlich beschrieben. 
Die folgenden Zeilen sind ein Auszug aus diesem Nachwort.

Der Heimatverein wurde ursprünglich aus dem Anlass heraus gegründet, das älteste Haus von Fredersdorf der Nachwelt zu erhalten. Dieses stand bis 1999 in der Platanenstraße 18 und wurde dann - trotz unserer und anderer Proteste - durch den Besitzer abgerissen. Das Haus war nicht mehr schön anzusehen, zugegeben, aber der jetzige Parkplatz an seiner Stelle ist auch keine Zierde für den Ort. Das alte Haus hatte nicht nur baugeschichtliche Bedeutung: als Vorzeige-Exemplar eines mitteldeutschen Doppelstubenhauses, eines Haustyps, von dem es in unserer Gegend nur noch Beispiele in Schöneiche und in Friedrichshagen gibt. (Diese beiden sind mustergültig restauriert worden; mit dem Fredersdorfer Haus hätte man das auch machen können.) Außerdem hatte dieses Haus noch eine Bedeutung für den gesamten Ort, im Zusammenhang mit der alten Dorfmarkierung, der Friedenseiche von 1812 am nördlichen Dorfausgang von Fredersdorf. Das Haus Platanenstraße 18 und die Eiche bildeten ein Flächendenkmal der Orts-Geschichte, doch leider war vergessen worden, diesen Zusammenhang zu ergründen und beide rechtzeitig unter Denkmalschutz zu stellen.

Das einzige, was dem Heimatverein verblieb, war zu dokumentieren, was nicht mehr zu ändern war. Studenten aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW) nahmen unter Leitung unseres Mitgliedes Frau Dipl.-Ing. Hannelore Korth eine Bestandsaufnahme und eine Analyse des damaligen Bauzustandes des Hauses vor. Eine Dokumentation entstand in letzter Minute, um wenigstens Unterlagen und Anschauungsmaterial für die kommenden Generationen vorliegen zu haben. Mit dieser Aktion machte sich der Heimatverein als ein junger Verein in der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf bekannt.

Mit einer Niederlage haben wir also 1999 angefangen. Im Jahre 2000 erhielt der Heimatverein die gerichtliche Bestätigung als gemeinnütziger Verein. Er etablierte sich mit dem Aufbau einer heimatkundlichen Sammlung, die seit März 2001 in einer ständigen Ausstellung zugänglich ist. Inzwischen hat er sich nicht nur im Ort, sondern in der Region Anerkennung verschafft durch den »Tag des Offenen Denkmals«, durch Wanderungen und Führungen zu geschichtlichen und heimatkundlichen Themen, durch Unterstützung von Projekttagen an der Realschule zu den NS-verfolgten jüdischen Mitbürgern. Die Zahl der ursprünglich 14 Gründungsmitglieder hat sich vermehrt, der Verein könnte aber noch weitere Mitglieder gebrauchen, die sich engagieren wollen und auf den verschiedensten Gebieten Kenntnisse mitbringen. Da wir in Fredersdorf-Vogelsdorf nicht mehr viele erhaltene historische Bauwerke vorfinden, wollen wir die nur noch in ihrer Grundsubstanz erhaltenen erst einmal sichern und später einer Restaurierung zuführen. Das gilt zum Beispiel für den Taubenturm, der einstmals der Mittelpunkt auf dem Fredersdorfer Gutshof war und auf dem auch die Gutsglocke hing, die Arbeitsbeginn und Feierabend einläutete und die Mahlzeiten für das Gesinde und die Tagelöhner signalisierte. Das betrifft den Podewilsschen >Eiskeller<, in dem das auf dem Mühlenteich ausgesägte Januar-Eis aufbewahrt wurde, um die »Eisschränke« des Schlosses das ganze Jahr über bis ins 20. Jahrhundert hinein mit dem Kühlmittel Natureis zu versorgen. Wir haben den abgebrannten »Kuhstall« des Gutes in unsere Obhut genommen, und der Bauausschuss der Gemeinde hat beschlossen, dass ein Bauantrag eines Investors für eine zukünftige Nutzung des Gutsgeländes nur befürwortet werden wird, wenn die historisch wertvolle Bausubstanz erhalten bleibt und in neugestalteter Umgebung der Bevölkerung zugänglich gemacht wird. Auch die »Henrysche Toteninsel«, die der Luisen-Insel im Berliner Tiergarten nachgestaltet ist, soll wieder zu einer Insel werden, und der alte Mühlenteich, 1518 erstmals genannt, könnte, ja müßte sogar dringlich vom Schutt, Müll, Altöl und Munition (aus zweieinhalb Jahrzehnten Nachkriegszeit) befreit und wiederhergestellt werden. Dieses Vorhaben wollen wir mit der örtlichen Naturschutzgruppe gemeinsam in Angriff nehmen.

Auch genügend Innenarbeiten stehen an. Unsere heimatkundliche Sammlung muß weiter vervollständigt werden. Eine regionalgeschichtliche Büchersammlung wird in Zusammenarbeit mit der Gemeindebibliothekarin, Frau Ingrid Böhlmann, aufgebaut. Für das 19. und 20. Jahrhundert müssen noch die verschiedensten Archive, Zeitungen und Zeitschriften, historische Veröffentlichungen, Almanache, Heimatkalender und anderes durchgearbeitet werden. Zeitzeugen sind zu befragen und weitere Zeitzeugenberichte anzuregen. Laut seiner Satzung aus dem Jahre 1999 hat sich der Heimatverein der »Aufarbeitung und Darstellung der Heimatgeschichte« im weitesten Sinne verschrieben.

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